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Aktuelles

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Was ändert sich durch Omnibus regulatorisch und praktisch?

Das EU-Omnibus-Paket zur Vereinfachung von CSRD, CSDDD und EU-Taxonomie bringt viele regulatorische Erleichterung durch Verringerung oder Verschiebung von Berichtsplichten. Eine Konsequenz neben der Entlastung ist aber auch, dass sich Nachhaltigkeit wirtschaftlich neu legitimieren muss. Nicht mehr der Gesetzgeber, sondern die Organisationen selbst entscheiden künftig über die Ausrichtung ihres Nachhaltigkeitsmanagement – und damit auch über dessen Zukunft. Und erfolgreiche Unternehmen machen genau das, sie nutzen die freiwerdenden Ressourcen für Investitionen in die Nachhaltigkeit ihres Geschäftsmodells.

Konkret ändern sich für die CSRD-Berichterstattung vor allem fünf Dinge:

  1. Der Kreis der verpflichteten Unternehmen wird stark verkleinert. Im final vereinfachten Regelwerk müssen nach EU-Ebene nur noch Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und mehr als 450 Mio. Euro Nettoumsatz berichten.

  2. Die zweite und dritte Welle wurde um zwei Jahre verschoben. Das „Stop-the-clock“-Paket hat die Anwendung für Unternehmen, die erstmals für 2025 oder 2026 hätten berichten müssen, um zwei Jahre nach hinten geschoben.

  3. Unternehmen der ersten Welle bekommen Übergangserleichterungen. Für bereits berichtspflichtige „wave one“-Unternehmen hat die Kommission einen ESRS-„quick fix“ beschlossen: Für die Geschäftsjahre 2025 und 2026 müssen sie bestimmte zusätzliche Angaben noch nicht liefern; sie sollen gegenüber dem Bericht für 2024 nicht in neue Detailpflichten hineinlaufen.

  4. Die ESRS werden vereinfacht. Sektorstandards werden nach der finalen politischen Einigung freiwillig, und die Berichtspflicht bleibt bei limited assurance; ein späterer Übergang zu reasonable assurance wird nicht weiterverfolgt.

  5. Kleinere Unternehmen in der Lieferkette werden besser abgeschirmt. Firmen mit weniger als 1.000 Beschäftigten sollen größeren Kunden oder Banken grundsätzlich nicht mehr beliebig viele ESG-Daten liefern müssen; dafür dient die freiwillige VSME-Logik als Obergrenze. Die Kommission hat dafür im Juli 2025 bereits eine VSME-Empfehlung veröffentlicht.

Zusammengefasst: Omnibus verschiebt die Nachhaltigkeitsberichterstattung von einem breiten Compliance-Projekt zu einem gezielteren Großunternehmens-Regime. Für viele Unternehmen sinkt die Pflichtintensität deutlich; für die verbleibenden Pflichtfälle bleibt die Berichterstattung relevant, aber mit mehr Zeit, weniger Detailtiefe und besserem Schutz der Lieferkette.

"Solarthermie ist eventuell nicht die naheliegendste Lösung für Industriewärme - aber sie wird extrem interessant, wenn man Produktionsprozesse, Wärmebedarf und Energiepreisresilienz als Gesamtgebilde analysiert."

(Thomas Lührs, Senior Consultant & ENESTRA-Partner)

Welche Effekte und Vorteile bringt "Solarthermie für Industriewärme" für KMU?

Was sind die Effekte der solaren Prozesswärme?

Solare Prozesswärme ist generell eine prüfenswerte Alternative für viele industrielle Prozesse, weil:

 

  • Flexibler Technologiemix als Prozesswärme der Zukunft

  • Technologische „Abkürzung“ ohne Umweg über Strom

  • Endlichkeit fossiler Energieträger

  • Preisprognosen für fossile Energieträger

  • Stabilität des jeweiligen Geschäftsmodells durch Unabhängigkeit bei der Energiegewinnung

  • Dekarbonisierungsbemühungen und Klimaziele der Staaten

Welche Vorteile hat die Solarthermie beim Vergleich mit Photovoltaik zur Erzeugung eines stabilen und vorkalkulierbaren Wärmebedarfs?

Eine vorurteilsfreier Vergleich von Solarthermie und Photovoltaik, der über die reine Modulkosten-betrachtung hinaus auf sinnvolle Gesamtsysteme schaut, zeigt das folgende Vorteile möglich sind:

Sehr günstige Wärmespeicherung

  • Heißwasser-/Pufferspeicher kosten pro kWh_th wenig und arbeiten effizient;

  • Solarwärme lässt sich über Stunden bis Tage glätten; hohe Solaranteile sind praktikabel

 

Direkte Wärme, hohe Systemwirkungsgrade

  • Keine Umwandlungskette wie „Strom → Wärmepumpe → Wärme“;

  • enig Umwandlungsverluste, geringe parasitäre Lasten. 

  • ·(vergleichbare Flächenerträge nur technisch aufwändiger mit Wärmepumpe)

 

Höhere Flächenerträge

  • In Mitteleuropa pro m² und Jahr: Solarthermie 400-750 kWh Wärme gegenüber 180-220 kWh Strom (wenn der Strom zur Wärmeerzeugung genutzt wird, kommen noch Umwandlungsverluste dazu)

 

Kostenstabilität

  • Wärmegestehung weitgehend unabhängig von Strompreis- und COP-Schwankungen;

  • gut planbare OPEX (typisch 1–2 % der CAPEX/Jahr)

 

Passgenau bei konstantem Bedarf

  • Kontinuierliche Prozesse (CIP, Pasteurisation, Wasch-/Reinigungsbäder, Trocknung) mit 90–120 °C lassen sich über Rücklaufanhebung/Serienschaltung sehr gut bedienen

 

Entlastet Kessel & Spitzen

  • Vorwärmung reduziert Brennstoffbedarf, Starts und Teillastbetrieb sowie die Emissionen;

  • Kessel deckt nur Rest/Spitzen

 

Robust & langlebig

  • 20–25 Jahre Systemlebensdauer,  

  • keine Wechselrichter, einfache Wartung (Pumpen/Armaturen, Wärmeträgerchecks)

 

Netz-/Leistungsgrenzen umgehen

  • Funktioniert unabhängig von elektrischer Anschlussleistung oder Netzrestriktionen;

  • keine Abregel- oder Einspeisethemen

 

Gute Ergänzung zu PV

  • Wenn PV-Flächen/Anschluss limitiert sind, liefert Solarthermie zusätzlich direkt nutzbare Wärme – besonders attraktiv, wenn ausreichende Freiflächen und Speichermöglichkeiten vorhanden sind.

Fazit: C-plus-C und ENESTRA arbeiten gemeinsam mit besonderem Fokus an Projekten zur Nutzung von „Solarthermie für Industriewärme“, weil die industriespezifischen Potenziale (Effekte und Vorteile) der Solarthermie von vielen Unternehmen noch unterschätzt werden. Weitere Hintergründe und Details zu „Solarthermie für Industriewärme mit ENESTRA“ findet man hier.

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